Shirt oder Blazer – Corporate Fashion hat viele Gesichter

Obwohl die Polizei vor geraumer Zeit begonnen hat, ihre Wagen und Uniformen in Blautöne zu hüllen, haben viele nach wie vor ein schleimiges Grün vor Augen, wenn sie an die deutschen Gesetzeshüter denken. Das ist Corporate Identity wie sie im Buche steht. Wenn unsere Synapsen mit einem Markennamen oder einer Institution automatisch ein Bild verknüpfen, dann hat die Maschinerie der Markenidentität voll gegriffen.

Denn was so mancher als Arbeitsbekleidung bezeichnen würde, ist eigentlich viel mehr als das. Corporate Fashion soll das Image einer Firma in die Bekleidung der Mitarbeiter integrieren. Logisch, denn so können Kunden sich nicht nur besser mit einer Marke oder einem Dienstleister identifizieren, sie entwickeln darüber hinaus auch ein Gefühl der Vertrautheit. Sobald die Optik sich beim Kunden einmal eingeprägt hat und er diese mit einer bestimmten Dienstleistung verbindet, wird er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit immer wieder genau denselben Dienstleister wählen.

In dieser Hinsicht sind wir nun einmal einfach gestrickt. Das gute alte Schubladensystem erledigt die Arbeit. Genau wie wir Menschen mit einem ausgeprägten Kleidungsstil automatisch einer bestimmten Gesellschaftsschicht zuordnen, so neigen wir auch in der Berufswelt zu Kategorisierungen.

Übrigens wird die Betonung auf Corporate Fashion wahrscheinlich nirgends sichtbarer, als auf einer Messe. Hier geht es darum, den Besuchern schnellstmöglich zu visualisieren, welches Image der jeweilige Aussteller mit der Kleidung seiner Mitarbeiter kommunizieren möchte. Hostessen mit Bluse, Etuikleid und Pumps halten wir für zurückhaltend elegant und kompetent. Diese netten Damen arbeiten in der Regel für eine Firma mit Prestige und Tradition. Die flippige Hostess mit Nerdbrille, Jeans und lässigem Shirt stecken wir dagegen eher in die Schublade für junge Unternehmen, die mit unkonventionellen Ideen überzeugen wollen.

So einfach der Trick mit der Klamotte auch klingt, so schwer ist es manchmal den richtigen Look für ein Unternehmen zu finden. Doch auch dafür gibt es Profis, die den Spagat zwischen den verschiedenen Schubladen wohl besser verstehen, als sonst einer und eine Message in Textiles umsetzen. Das ist dann Corporate Fashion.