Hemdkragen – Hemden und die verschiedenen Kragenformen

Weiße Hemden sind in ihren kreativen Designvarianten meist recht begrenzt. Das mag daran liegen, dass sie ihren Träger vor allem seriös aussehen lassen sollen und unnötige Spielereien würden das nur verhindern. Also sind und bleiben Hemden im Grundsatz so wie sie sind – klassisch. Weiße Baumwolle, Knopfleiste, Manschetten, Rückenpasse, Kragen, fertig – so in etwa lautet das Rezept für ein ordentliches Männerhemd.

Doch was wirklich wichtig ist, sind die kleinen Feinheiten, die nur dem Kennerauge auffallen. So gibt es etliche Verarbeitungsvarianten, die sich teilweise nur um Stichlängen von einander unterscheiden. Die wichtigsten Unterscheidungen liegen allerdings in den unzähligen Kragenvarianten, die so ein Hemd mit sich bringt. Zeig mir deinen Kragen und ich sag dir was du heute vorhast! So in etwa könnte es sich unter waschechten Kragenkennern abspielen. Für alle Unwissenden haben wir hier einmal ein kleines Kragen Who-is-Who zusammen gestellt.

Da wäre zunächst einmal der Haifisch-Kragen, der seinen Namen den weit auseinander stehenden Kragenspitzen zu verdanken hat, die aussehen, als hätte ein Hai seine Hauer hinein geschlagen. Dieser Kragen sieht man an klassischen Businesshemden und er wird am besten in Verbindung mit einem voluminösen Krawattenknoten getragen.

Der absolute Klassiker unter den Krägen ist der Kent-Kragen, der ursprünglich vom englischen Herzog von Kent populär gemacht wurde. Man erkennt ihn am besten daran, dass seine Kragenecken einen rechten Winkel zueinander bilden. Und weil er so beliebt ist, blieb er nicht lange allein und es gesellten sich der Italian Kent und der New Kent dazu.

Wer sich gerne besonders zugeknöpft gibt, sollte es einmal mit dem Button-Down-Kragen probieren. Hier sind sogar die Kragenspitzen mit einem Knopfloch ausgestattet und können so ordnungsgemäß an das Vorderteil des Hemdes angeknöpft werden. Natürlich konnten nur die Engländer auf solch eine Idee kommen. Genau genommen waren es englische Polospieler, die mit dem findigen Trick ihre Krawatte quasi dingfest machten.

Eine besonders elegante Variante ist der Olsen-Kragen, der am besten zu edlen, festlichen Anzügen passt und früher auch gerne und oft mit Schleife getragen wurde. Eine Spur adretter wirkt das Modell Lucca, bei dem der Kragen noch schmaler und enger anliegt.

Einen garantiert korrekten Sitz verspricht übrigens der Tab-Kragen, da seine Kragenspitzen unter dem Krawattenknoten durch einen Stoffriegel mit Druckknopf gehalten werden. Allerdings erfordert hier das Schließen etwas Fingerspitzengefühl.

Darum sollten sich Freunde eines lockeren Kragens lieber an Modelle wie Ida oder halten, da hier der oberste Knopf wegfällt, so dass fast so etwas wie ein kleines Kragenrevers entsteht, das besonders in der Freizeit schön entspannt und lässig wirkt.

Bei so viel Auswahl ist es bestimmt nicht leicht, seinen persönlichen Favoriten zu bestimmen. Dafür ist es aber doch umso schöner, dass ein weißes Hemd eben doch nicht nur ein weißes Hemd ist.